BayernSPD bekräftigt Energiewende und das Ende der Atomkraftwerke

Veröffentlicht am 23.05.2006 in Landespolitik

Es kommt nicht oft vor auf Parteitagen der BayernSPD, dass sich nach Grundsatzreden und ‑referaten bei dem stets folgenden Tagesordnungspunkt "Aussprache" kein Mitglied meldet, um wenigstens ein Versäumnis anzuzeigen oder, in der Regel, da und dort Kritik anzumelden. Nicht so nach dem engagiert vorgetragenen Plädoyer Hermann Scheers zugunsten einer fundamentalen Energiewende.

Der Träger des Alternativen Nobelpreises, promovierte SPD-Bundestagsabgeordnete und (unter anderem) Vorsitzende des Weltrates für Erneuerbare Energien überzeugte die ca. 150 Teilnehmerinnen und Teilnehmer im Nürnberger Karl-Bröger-Zentrum mit seinem gleichermaßen visionär wirkenden wie realistisch gerechneten Entwurf einer Energieversorgung ohne fossile und atomare Quellen.

Die als Gäste geladenen externen Experten - Helene Barth (Biogas Ostbayern), Dr. Peter Deml (E.ON Bayern), Dr. Erwin Knapek (1. Bürgermeister Unterhaching, Betreiber eines Geothermiekraftwerks), Wolfgang Wismeth (Sunline AG) – hatten es danach nicht schwer, Zustimmung zu finden, soweit sie alternative Konzepte vertraten. Selbst E.ONs Dr. Deml verhehlte seine Sympathie mit den Grundzügen der im Leitantrag des bayerischen SPD-Vorstands formulierten Energiepolitik nicht, wenn er auch aus der Sicht seines Unternehmens Zweifel an Zeitplänen und finanziellen Realisierbarkeiten der empfohlenen Alternativen äußerte.

Ludwig Stiegler, Vorsitzender der BayernSPD und als Stellvertretender Vorsitzender der Bundestagsfraktion zuständig für Wirtschaftspolitik, leuchtete mit seinem Referat insbesondere die zukunftsträchtigen Arbeitsmarktfelder aus, die sich einer auch politisch unterstützten Energiewende erschließen.

Dr. Thomas Beyer, Stellvertretender Vorsitzender der SPD-Landtagsfraktion und Leiter der Kommission Arbeit und Wirtschaft des Landesverbandes, und Dr. Axel Berg, in der bayerischen SPD-Landesgruppe im Deutschen Bundestag energiepolitischer Sprecher, stellten den Leitantrag und eine Resolution zur Bestätigung des Ausstiegs aus der Atomenergie vor. Beide Dokumente unterstreichen in Übereinstimmung mit den Positionen der SPD im Bund die Notwendigkeit und den entschlossenen Willen, an der eingeleiteten Energiewende festzuhalten und dem von der Atomlobby unterstützten Begehren der Union nach neuen Atomkraftwerken nicht nachzugeben.

Einstimmig beschlossen die Delegierten nach lebhafter Diskussion schließlich den vom Landesvorstand vorgelegten energiepolitischen Leitantrag und die Resolution zum Atomausstieg.

 

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