GEW-Stellungnahme zur Einschränkung der Teilzeit bei Lehrkräften

Veröffentlicht am 31.01.2024 in Landespolitik

Für die Bildungsgewerkschaft GEW, die Beschäftigte an Schulen und in anderen Bildungseinrichtungen vertritt, ein völlig verfehlter Vorschlag. Der Mangel an pädagogischen Fachkräften in Schule und Kita wird nicht dadurch behoben, dass man Beschäftigte zwingt, mehr zu arbeiten.

Laut Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) Bayern ist beispielsweise die Erhöhung der Teilzeitstunden der völlig falsche Weg. Es gibt gute Gründe, warum Beschäftigte im Schulbereich nur in Teilzeit arbeiten: Der Wunsch nach Vereinbarkeit von Beruf und Familie, die steigende Arbeitsbelastung, die nur über Teilzeit kompensiert werden kann, oder der persönliche Umgang mit dem fehlenden Arbeits- und Gesundheitsschutz, um nur einige zu nennen. Sollten nun diese Möglichkeiten eingeschränkt werden, wird dies nicht zu mehr Stunden im System führen und besonders Frauen benachteiligen, da diese nach wie vor den größten Anteil der Haus- und Familienarbeit übernehmen.

Neue Beamt*innen verpflichtend nur in Vollzeit einzustellen und damit gänzlich unabhängig von ihrer individuellen Situation auf Vollzeit zu verpflichten, erachtet die GEW-Landesvorsitzende Martina Borgendale als völlig verfehlt. „Damit verbrennen wir junge Kolleg*innen, die oftmals mitten in der Familienplanung stehen. Statt rigide Maßnahmen öffentlich zu diskutieren und junge Lehrkräfte implizit als arbeitsscheu hinzustellen, ist es endlich an der Zeit, den Fachkräftemangel ernst zu nehmen. Andere Arbeitgeber locken mit flexiblen Arbeitszeiten und mobilem Arbeiten. Um für Berufseinsteiger*innen wieder attraktiver zu werden, braucht es mehr Flexibilität und nicht weniger. Sonst wandern die dringend benötigten jungen Lehrkräfte im schlimmsten Fall in andere Wirtschaftsbereiche ab. Herr Söder muss endlich verstehen, dass er sich in Zeiten des Fachkräftemangels in einem Wettbewerb um Arbeitskräfte befindet!“

Freiwillige Anreize zu schaffen, kann ein Weg sein, den wir als Bildungsexpert*innen begrüßen. Aber nun wieder verpflichtend von oben herab Teilzeitmöglichkeiten einzuschränken, wird nicht zu dem Ziel führen, das sich Söder vorstellt. Zudem wurden Lehrkräfte in Grund- und Mittelschulen bereits mit dem Schuljahr 2020/2021 für fünf Jahre zu einer Stunde Mehrarbeit in der Woche verpflichtet.

„Wir wissen, welche Folgen die Einschränkung der Teilzeit hat. Seit 2020 ist wegen der Maßnahmen des „Piazolo-Pakets“ die Antragsteilzeit an Grund-, Mittel- und Förderschulen kaum noch möglich. Seitdem hat sich die Zahl der Lehrkräfte, die aufgrund von Überlastung zum Amtsarzt gehen müssen und dann nur noch eingeschränkt eingesetzt werden können, fast verdreifacht“, warnt Florian Kohl, stellvertretender Landesvorsitzender der GEW, vor weiteren zu kurz gedachten Maßnahmen. „Wer die Arbeit als Lehrkraft attraktiv gestalten will, und das müssen wir, muss die guten Vorschläge, die es gibt, endlich umsetzen. Entlastung ist das Schlüsselwort.“

„Dass nun ausgerechnet die sonst so familienfreundliche CSU geführte Landesregierung die familienpolitische Teilzeit antastet, wundert schon sehr. Dazu kommt, dass es in Bayern bisher wenige Ganztagesangebote im Schulbereich gibt, auf die die Lehrkräfte für die eigenen Kinder zurückgreifen könnten. Und der allgemeine Mangel an Krippen- und Kita-Plätzen schlägt hier ebenfalls negativ zu Buche. Wenn sich das traditionelle Familienbild des Ministerpräsidenten Söder nun geändert hat, muss er auch dafür sorgen, dass die Kinder der Lehrerinnen – und der Lehrer –betreut werden können“, ergänzt Borgendale.

Vorschläge, wie Lehrkräfte effektiv entlastet werden können, um das Berufsbild wieder attraktiver zu machen, haben die Bildungsexpert*innen der GEW bereits mit ihrem „10-Punkte-Programm zur Entlastung der Lehrkräfte“ vorgestellt. „Die dringend benötigte Entlastung endlich zu schaffen, anstatt erneut Verunsicherung zu schüren, wäre der angemessene und richtige Weg“, so Borgendale abschließend.

 

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